PROGRAMM  der Partei 

FREiER HORIZONT 

für die Wahlen zum Landtag in Mecklenburg-Vorpommern am 26. September 2021 

Die Partei FREiER HORIZONT setzt sich für Werte, Ideen, Wünsche und Sorgen aller  Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern ein und will ihnen im kommenden  Landtag eine Stimme verleihen, um unser Bundesland zukunftsfähig zu machen. 

Die Partei FREiER HORIZONT ist nicht wie überregionale Parteien an das Programm  einer Bundespartei gebunden, sondern versucht mit regional entwickelten Ideen und  entsprechendem Engagement Ziele zu erreichen, die zunächst den Menschen in  Mecklenburg-Vorpommern zu gute kommen. 

Die Partei FREiER HORIZONT sieht sich als Mecklenburg-Vorpommern Partei, deren  Mitglieder für eine tatsächlich funktionierende Infrastruktur im gesamten Bundesland  eintreten. Dadurch soll es ermöglicht werden, dass Menschen im grünen Umfeld und in  intakten Sozialstrukturen wohnen und arbeiten und dadurch in die Lage versetzt werden,  sich selbst und eine Familie durch eigene Arbeit versorgen zu können, möglichst ohne  zusätzliche staatliche Unterstützung.  

Der ländliche Raum soll künftig deutlich mehr zur Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns  beitragen und die seit Jahrzehnten vorhandenen wirtschaftliche Defizite im Vergleich zu  anderen Bundesländern wettmachen, angelehnt an die Idee, Mecklenburg-Vorpommern  als Garten der Metropolen zu sehen. 

Die Partei FREiER HORIZONT sieht in der gerade stattfinden flächendeckenden  Digitalisierung eine einmalige Chance für einen Neustart, dass der infolge der strukturellen  Abkoppelung des ländlichen Raumes stattfindende Leerzug gestoppt und umgekehrt  werden kann. Als Ziel wird ein Zuzug von netto mindestens 10,000 mehr Menschen  jährlich definiert. Allerdings fehlen bisher immer noch Perspektiven bei der Entwicklung  der Verkehrs- und der Bildungsinfrastruktur. Eine weitere Entwicklung Mecklenburg 

Vorpommerns nach dem Prinzip zentraler Orte, in denen Infrastruktur vorgehalten wird,  eine Entwicklung außerhalb dieser Orte aber nicht gewünscht und nicht gefördert wird,  lehnt die Partei FREiER HORIZONT ab. 

Die Partei FREiER HORIZONT befürwortet die Ansiedlung mittelständischer innovativer  Unternehmen vorzugsweise im ländlichen Raum, um dadurch wirtschaftlich leistungsfähige Strukturen aufzubauen. Eine so entstehende wirtschaftliche Kraft kann auf die  angrenzenden kleineren Städte und Mittelzentren abstrahlen und zu deren Entwicklung  beitragen.  

Die Partei FREiER HORIZONT legt den Schwerpunkt ihres Engagements auf drei  Themenfelder: 

  • Entwicklung ländlicher Raum & Digitales 
  • Entwicklung des ländlichen Raumes durch eine zeitgemäße flächendeckende  Infrastruktur 
  • Bildung & Kultur 
  • Einer Bildungs- und Kulturoffensive, die insbesondere den ländlichen Raum durch  Ausnutzen digitaler Möglichkeiten und einem schulischen Campusangebot so  einbezieht, dass die Schulqualität bundesweit im Spitzenbereich liegt 
  • Umweltschutz & Energieversorgung 
  • Förderung und Erhalt intakter Naturräume sowie historisch gewachsener  Landschaften und der Landwirtschaft im Einklang mit bezahlbarer und  grundlastfähiger Energieversorgung 

Die Partei FREiER HORIZONT tritt dafür ein, dass Politik und politische Mandatsträger  wieder mehr im normalen Leben verankert werden. Von daher steht für uns das  freigewählte Mandat über Fraktionszwänge. Wir wollen den Weg ebnen hin zu einem  Landtag, der Mandatsträger nur in Teilzeit beschäftigt, ähnlich wie die Hamburgische  Bürgerschaft.

ELD – Entwicklung ländlicher Raum & Digitales  

Die Partei FREiER HORIZONT erkennt sehr viel Potenzial durch natürliche Ressourcen  und der geographischen Lage Mecklenburg-Vorpommerns mit seiner Küste und dem  Binnenland, die Seenplatte sowie über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaften im  Zusammenspiel mit funktionierenden Sozialstrukturen, moderaten Lebenshaltungskosten  und einer belastbaren Anbindung an umliegende Metropolen wie Hamburg, Kopenhagen,  Stettin und Berlin. 

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft eröffnet Möglichkeiten, die politischen  Rahmenbedingungen zum Leben und Arbeit zum Wohle aller so zu gestalten, dass der  sich bereits abzeichnende Zuzug von Einwohnern nach Mecklenburg-Vorpommern  signifikant erhöht. Daher tritt die Partei FREiER HORIZONT dafür ein, die natürlichen  Ressourcen Mecklenburg-Vorpommerns stärker zu bewerben. Dadurch wird ein  wesentlicher Beitrag zur Wiederbelebung der vorhandenen Strukturen und zur  Neuausrichtung der Arbeitswelt im ländlichen Raum erzeugt. Zielgruppen für das Leben  und Arbeiten im grünen Umfeld sind vorrangig Berufsfelder, bei denen Telearbeit bzw.  Homeoffice den Hauptanteil des beruflichen Alltages ausmacht und die derzeit  hauptsächlich im urbanen Umfeld angesiedelt sind. Dazu gehören sowohl in der  Gründungsphase befindliche Ingenieurbüros, die Produktentwicklung betreiben und  vorrangig über das Internet mit Ihren Auftraggebern kommunizieren (start-up’s), als auch  bestehende kleine, familiengeführte Unternehmen im Handwerk, die dann hauptsächlich  in Mecklenburg-Vorpommern Aufträge bekommen und deren Belegschaft hier lebt. Dazu  soll ein Vitalisierungskonzept erarbeitet werden, in dem der ländliche Raum im Mittelpunkt  einer wirtschaftlichen Entwicklung steht, die im Gegenzug auf den urbanen Raum  abstrahlt.  

Voraussetzung dafür ist eine flächendeckende Struktur im IT-Sektor mit Gigabit Internetanbindungen und Verkehrsbereich (ÖPNV). Die Partei FREiER HORIZONT verfolgt  daher das Ziel, besonders den ländlichen Raum zu fördern, um dort Voraussetzungen für  ein sichtbares Siedlungs- und Wirtschaftswachstum zu schaffen und lehnt daher eine  Landes- und Raumplanung, die nach dem Prinzip der zentralen Orte ausgerichtet ist, ab.  

Im Verkehrsbereich ist es unerlässlich, den ÖPNV für den ländlichen Raum aus beziehungsweise erst einmal aufzubauen. Die Partei FREiER HORIZONT setzt sich dafür  ein, den ÖPNV für Bürgerinnen und Bürger Mecklenburg-Vorpommerns so attraktiv zu  gestalten, dass Individualverkehr von allein und freiwillig reduziert wird. Derzeit ist  Mecklenburg-Vorpommern davon noch weit entfernt. Während es in den großen Städten  des Landes einen soliden ausgebauten ÖPNV gibt, findet dieser im ländlichen Raum  außerhalb der Schülerbeförderung quasi nicht statt. Verständlicherweise ist das Auto auf  dem Land daher die erste Wahl des Transportmittels. Autofahren wird allerdings immer  teurer und ist wenig ökologisch. Von daher ist ein flächendeckender ÖPNV erst noch zu  entwickeln und so auszubauen, dass möglichst alle Bürgerinnen und Bürger unseres  Landes diesen auch nutzen wollen. Dies soll gerade auch abseits etablierter  Tourismusregionen und ausserhalb der Städte gelten.  

Dazu gehören Maßnahmen wie die Reaktivierung derzeit inaktiver Bahnstrecken und ein  Ausbau des Busnetzes als Verdichtung des Bahnnetzes, so dass jede bewohnte Ortschaft  mindestens 6 mal innerhalb 24 Stunden 365 Tage im Jahr erreicht werden kann.  Wartezeiten zwischen den Abfahrten an einem Ort sollen 2 Stunden zwischen 6 und 20  Uhr nicht überschreiten – 365 Tage im Jahr! 

Denkbar ist auch eine sogenannte MV-Flatrate, ein Jahresticket von €365, so dass der  öffentliche Nahverkehr für €1 am Tag nutzbar wird.  

Darüber hinaus setzt sich die Partei FREiER HORIZONT für einen Ausbau von Radwegen  ein, wobei touristische Schwerpunktgebiete mit den Gebieten des ländlichen Raumes  vernetzt werden, in denen bisher wenig bis keine Radwege vorhanden sind. Allgemein  sollen Straßenneu,- Um,- oder Ausbauten nur inklusive Radweg gestaltet werden. Damit  einhergehend sollen Lademöglichkeiten für E-Bikes entlang neuer und bestehender  Radwege ausgebaut werden. An Bahnhöfen werden überdachte Fahrradparkplätze  bereitgestellt. 

Die Regionen Poel, Darß, Rügen und Usedom sollen weitestgehend autofrei werden,  ausgenommen davon sind der Lieferverkehr, Gewerbetreibende, Einwohner Mecklenburg Vorpommerns und Campingplatzbesucher. Hotels und Pensionen sollen über einen  Shuttlebetrieb erreichbar sein. Voraussetzung dafür ist allerdings ein funktionierender  ÖPNV, ähnlich eines S-Bahn Betriebes in Zusammenarbeit mit einem dichten Busnetz in  Großstädten. Bei Anreise mit dem eigenen PKW zu diesen Regionen müssen dafür  geeignete Parkmöglichkeiten geschaffen werden, beispielsweise können brachliegende  Industrieareale an den Zufahrten zu diesen Regionen umgebaut werden. Es ist bahnseitig  sicherzustellen, dass von Wismar, Ribnitz-Damgarten, Barth, Stralsund, Wolgast und  Anklam aus die Metropolen Hamburg, Kopenhagen, Stettin und Berlin in einer maximal 2  Stunden langen Zugverbindung ohne Umsteigen erreicht werden können, dies  mindestens 4 mal innerhalb 24 Stunden.  

Es ist in Mecklenburg-Vorpommern gängige Praxis, größere Unternehmen in  wirtschaftlicher Schieflage durch staatliche Eingriffe finanziell zu unterstützen. Allzu oft  werden beispielsweise Banken, Windindustrieunternehmen und Werften mit Finanzhilfen  gefördert, ohne dass diese Unternehmen nach der Rettung langfristig besser aufgestellt  sind. Diese Praxis ist zu beenden, insbesondere dann, wenn Gefahr besteht, dass  wirtschaftliche Hilfen zum Stopfen von Finanzlücken in Unternehmen verwendet werden,  die ihren Sitz nicht in Mecklenburg-Vorpommern haben. Im Umkehrschluss setzt sich die  Partei FREiER HORIZONT für eine Vereinfachung und Entbürokratisierung der  Zugangsmöglichkeiten zu staatlichen Hilfen ein, für in Mecklenburg-Vorpommern  beheimateter klein- und mittelständischer Betriebe und Einzelunternehmer, beispielsweise  die Zahlung von Kurzarbeitergeld oder anderer Hilfen zur Abfederung der Einbußen  aufgrund der Corona-Pandemie.  

Die Partei FREiER HORIZONT bekennt sich zu Mecklenburg-Vorpommern als nachhaltige  Tourismusregion, wobei ein qualitativer Ausbau touristischer Angebote und ent sprechender Infrastruktur so im Vordergrund stehen muss, dass stark frequentierte  Küstenregionen unter Einbeziehung des Binnenlandes entlastet werden.

B&K – Bildung und Kultur 

Schulen in Mecklenburg-Vorpommern brauchen neue Ansätze, um im bundesweiten  Ranking auf die ersten Plätze zu rücken. Neben verbesserter digitaler Ausstattung und  entsprechendem Training für Lehrpersonal sowie Schülerinnen und Schüler gehören dazu  sowohl Unterrichtsstrukturen für die effektive Einbeziehung lernschwacher Schülerinnen  und Schüler als auch innovative Ansätze für Schulen im ländlichen Raum und  Kleinstädten. Grundlage dessen muß eine angemessene Infrastruktur inklusive  Sanitäranlagen und ausreichend Räume für Pausen- und Mittagsversorgung sein. Ziel  dieser Maßnahmen soll es sein, Mecklenburg-Vorpommern überprüfbar an die Spitze der  Schulqualitätsstatistik aufrücken zu lassen. Dafür hat die Partei FREiER HORIZONT  Leitlinien entwickelt, für deren Umsetzung geeignete finanzielle und steuerliche Anreize zu  gewähren sind, um gezielt mehr Lehrerinnen und Lehrer anzuwerben. Für die Umsetzung  ist eine sinnvolle Reformierung des Lehramtsstudiums unerlässlich, um genügend  Anwärter ins Land zu bekommen und zum Studienabschluss zu motivieren. Das  Lehramtsstudium sollte zeitlich verkürzt und eindeutiger als bisher auf das Lehramt  ausgerichtet werden. Erst durch eine umfassende, zielgerichtete und praxisorientierte  Lehrerausbildung kann inklusives Lehren und Lernen abgesichert werden, einhergehend  mit der dafür erforderlichen räumlichen und technischen Ausstattung der Schulen.  

Die Partei FREiER HORIZONT tritt dafür ein, dass innerhalb der nächsten 5 Jahre  gewährleistet wird, dass das Lehrpersonal zu 95% aus pädagogisch examinierten  Lehrerinnen und Lehrern besteht, der Einsatz von Seiteneinsteigern soll lediglich  überbrückend wirken und die Ausnahme bleiben. Innerhalb der nächsten 2 Jahre muß  das Lehrpersonal so aufgestockt werden, dass 99% aller Unterrichtsstunden mit  entsprechenden Fachlehrern stattfinden, es darf möglichst keine Unterrichtsstunde mehr  ausfallen. 

Das Pendeln von Lehrpersonal, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern zwischen Schulen  ist möglichst zu vermeiden und kann nur eine kurzzeitig begrenzte Ersatzmaßnahme sein.  Pendeln soll nur noch erlaubt sein, wenn die „andere“ Schule nicht weiter als 10  Fahrminuten weit weg ist. Jede Schule hat eine an die Schüleranzahl angepasste Menge  an fest eingestellten und fachspezifisch ausgebildeten Sozialarbeiterinnen oder  Sozialarbeitern zu beschäftigen. 

Der Unterricht in einer zweiten Fremdsprache soll bereits in der Grundschule begonnen  werden. Neben der polnischen Sprache sind schwedisch und dänisch sowie Sprachen  der baltischen Staaten und auch Russisch zu unterrichten und zu fördern. Dies folgt dem  Prinzip, Kenntnisse in Sprache und Kultur unserer nächsten Nachbarländer zu vermitteln. 

Die Partei FREiER HORIZONT setzt sich dafür ein, dass Schulen des Landes bei der  Beschaffung von Schulmaterial unterstützt werden, wenn der Inhalt digital und  plattformunabhängig bereitgestellt werden kann. Ziel soll es sein, möglichst  flächendeckend auf Druckerzeugnisse zu verzichten, dementsprechend muss mit den  Schulbuchverlagen zusammengearbeitet werden.  

Schulen sind von der Ausstattung und vom know-how her so umzubauen, dass  Unterricht auch per Videokonferenz gegeben werden kann. Dabei bleibt der Hauptfokus  beim Präsenzunterricht, Videokonferenz kann Teil des Unterrichtskonzeptes werden und  muss prinzipiell jederzeit möglich sein. 

Installation und Instandhaltung schulischer IT-Infrastruktur muss professionell gemanagt  werden und darf nicht Aufgabe des Lehrpersonals sein. Lehrerinnen und Lehrer sollen  sich auf Unterricht und Wissensvermittlung konzentrieren, nicht aber auf Lösen von IT Problemen!  

Ein längeres Pendeln von Schülern ist zu vermeiden, die Reisezeit zur Schule sollte nicht  mehr als eine halbe Stunde sein, dementsprechend sind auch kleinere Schulen in  Kleinstädten und auf dem Land zu erhalten. Dazu regen wir die Entwicklung eines  alternativen Bildungskonzeptes für den ländlichen Raum an, dass sich am  Internatssystem Schwedens ab der Jahrgangsstufe 8 orientiert. Ein Vorteil sehen wir in  diesem Modell vor allem darin, dass die finanziellen Mittel für Bildung deutlich effektiver  genutzt und vielfältige Lehrmittel angeboten, die optimal und konzentriert eingesetzt  werden. Die Jugendlichen entwickeln dabei ein Gemeinschaftsgefühl und können sich mit  ihrer Schule besser identifizieren. Die Sozialarbeit kann effizienter gestaltet werden, das  Lehrpersonal erhält umfangreichere Qualifikationsmöglichkeiten. Ein solcher Schulcampus mit Internat soll allen Schülerinnen und Schülern des Landes zugänglich und  ermöglicht werden. Dies gilt in gleichem Maße für Berufsschulen. 

Die Partei FREiER HORIZONT unterstützt Maßnahmen, die der technisch versierten  Ausbildung und Förderung motivierter, selbständig handelnder Fachkräfte förderlich sind,  die nach ihrer Ausbildung auch in Mecklenburg-Vorpommern wohnen und hier arbeiten.  Dazu gehört insbesondere eine duale Berufsausbildung mit verstärkter Digitalisierung, um  Schulabschluss und möglicherweise Abitur sowie Berufsausbildung gleichzeitig zu  ermöglichen und auch duale Studiengänge anzubieten. Ausbildungsunternehmen müssen  Mittelpunkt der Ausbildung werden. Schulen, Universitäten sowie Fachhochschulen und  Berufsschulen sind entsprechend personell und materiell auszustatten, insbesondere in  den Bereichen der Landwirtschaft, Pflege und Gesundheit sowie Tourismus. 

Die Partei FREiER HORIZONT versteht Kunst und Kultur als ein wichtiges soziales  Bindeglied zwischen Einwohnern und Touristen. Künstlerische und kulturelle  Veranstaltungen sowie die damit verbundenen handelnden Personen und in  Mecklenburg-Vorpommern beheimateten Veranstaltungsgesellschaften sind damit ein  wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Daher sollen künstlerische und  kulturelle Ereignisse besonders im ländlichen Raum finanziell und organisatorisch  gefördert werden. Dazu sieht die Partei FREiER HORIZONT die Bildung einer  Kulturstiftung mit jährlich 50 Millionen Euro vor.

Umweltschutz & Energieversorgung 

Die Zusammenfassung der Themen Umweltschutz und Energieerzeugung ist bedingt  durch die Tatsache, dass sich beides zum großen Teil im selben, meist landwirtschaftlich  genutzten Raum abspielt. Mecklenburg-Vorpommern mit seinen wirtschaftlich starken  landwirtschaftlichen Strukturen kann sich hier durchaus als Modell etablieren. 

Die Partei FREiER HORIZONT setzt sich für eine moderne Landwirtschaft ein und  unterstützt Maßnahmen zum Erhalt und Aufbau von Böden, eine an CO2-Bindung  angepasste Bodenbearbeitung oder geeignete Bepflanzung, auch um die Zunahme der  Biodiversität zu fördern. Der Beitrag der Landwirtschaft zur Verbesserung der Biodiversität  und Landschaftspflege ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und muß entsprechend  honoriert werden. 

Die Partei FREiER HORIZONT unterstützt ökologische Landwirtschaft und erkennt  gleichzeitig die Leistungen konventionell arbeitender Landwirte an. Reine Agrarindustrie,  insbesondere Massentierhaltung und der Anbau von Monokulturen nur zur Erzeugung von  Biogas lehnt die Partei FREiER HORIZONT strikt ab, wenn dies losgelöst von der Region  zu Lasten von Umwelt und Gemeinschaft geht. 

Die Partei FREiER HORIZONT spricht sich für eine Koexistenz größerer landwirtschaftlicher Betriebe, wie es sie in Mecklenburg-Vorpommern historisch gewachsen  nun einmal gibt und kleinerer Familienbetriebe beziehungsweise Wiedereinrichter aus.  Eine soziale Landwirtschaft mit einem lokalen Absatz der Produkte und lokaler  Wertschöpfungsketten soll dabei im Vordergrund stehen. In Mecklenburg-Vorpommern  hergestellte landwirtschaftliche Produkte müssen als solche klar und eindeutig zu  erkennen sein, wobei für alle in Mecklenburg-Vorpommern verkauften Waren die gleichen  Mindeststandards an Qualität, Tierwohl, Medikamenten- und Pflanzenschutzmitteleinsatz,  sozialen Standards sowie Umwelt- und Artenschutz gelten müssen, unabhängig von deren  Herkunft. 

Die Partei FREiER HORIZONT unterstützt den Ansatz, dass Landwirtschaft und  Umweltschutz sich nicht gegenseitig ausschließen. Behörden, Landwirte und Umwelt verbände sollen sachorientiert und gleichberechtigt an der Lösung möglicher Zielkonflikte  mitarbeiten. Es ist darauf hinzuwirken, dass die Arbeit von Landwirten in der öffentlichen  Darstellung objektiv, sachlich richtig und wertschätzend dargestellt wird.  

Die Partei FREiER HORIZONT möchte Rahmenbedingungen dafür schaffen, faire  Erzeugerpreise und faire Geschäftsbeziehungen zwischen Landwirtschaft und Großhandel  durchzusetzen, so dass es Landwirten besser ermöglicht wird, vom Verkauf ihrer Produkte  zu leben. Entsprechend soll auf Bundes- und EU-Ebene darauf hingewirkt werden,  Subventionszahlungen zu entbürokratisieren und Dokumentationspflichten zu minimieren.  

Die Partei FREiER HORIZONT unterstützt die Herstellung oder Wiedereinrichtung  historischer Feldwege und ihrer Begrenzungen, die aus Hecken und Baumreihen  bestehen können. Dies kann auch entlang größerer Schläge durchgeführt werden, um so  der Bodenerosion vorzubeugen.  

Moore sind Wasser und CO2-Speicher und deshalb sollte der Erhalt und die  Wiedervernässung von Niedermooren, da wo es möglich ist, stattfinden und im Dialog mit  den Anwohnern vorangetrieben werden. Der Verlust von Grünland sollte kompensiert  werden. Hinsichtlich der Tierproduktion fordern wir regelmäßig und vor allem  unangekündigte staatliche Kontrollen zum Wohle der Tiere. Zum Tierwohl gehört auch,  dass Bestandsgrößen limitiert werden. Tiertransporte sollen minimiert werden,  Schlachtungen möglichst im eigenen Bundesland durchgeführt werden, dafür sind  entsprechende wirtschaftliche Anreize zu schaffen. 

Die Partei FREiER HORIZONT unterstützt eine extensive Beweidung, da diese die  Artenvielfalt fördert. Mähen und Bewirtschaftung von Ackern und Weiden, insbesondere  Pflanzenschutz, Düngen und Walzen, sollten möglichst so erfolgen, daß auch die Rolle  der Flächen als Biotope wieder stärker berücksichtigt wird. Dies hat im Konsens mit den  Landwirten zu erfolgen, finanzielle Einbußen durch Ertragsminderung gehören  ausgeglichen, Leistungen der Landwirtschaft hinsichtlich Landschafts- und Naturschutzes  sind zu würdigen. 

Photovoltaikanlagen dürfen nur noch auf bereits versiegelten Flächen wie Ställe und  Unterstände, keinesfalls aber auf landwirtschaftlich genutzten oder sonstigen Freiflächen  gebaut werden. Freiflächen können somit der extensiven Nutzung, Verbrachung,  Verwilderung oder der Aufforstung zugeführt werden. 

Die Forstwirtschaft und damit die Rolle des Waldes bei der Erhaltung und  Wiederherstellung der Biodiversität, beim Einfluss auf das Lokalklima, den Wasserhaushalt und als CO2-Speicher ist neu zu bewerten und entsprechend zu honorieren. Der  Anteil der Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern muss erhöht werden und zwar weg  von reinen Wirtschaftswäldern mit Monokulturen hin zu Mischwäldern mit heimischen  Baumarten, die sowohl der Bewirtschaftung als auch der Erholung dienen. 

Die Partei FREiER HORIZONT begrüßt die Rückkehr und Stabilisierung von ursprünglich  hier heimischen Tierarten wie Wolf und Biber, befürwortet jedoch bei Zunahme von  Problemen Bestandsregulierungen. 

Die Partei FREiER HORIZONT möchte die lokale und traditionelle Küstenfischerei  Mecklenburg-Vorpommerns erhalten und reaktivieren. Wir wollen die Interessen unserer  Küstenfischer vor der EU vertreten und fordern einen vehementen Einsatz unseres  Landes auf der EU-Ebene für die Fischerei. 

Die Partei FREiER HORIZONT fordert, dass Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger  Technologien zur Stromerzeugung Priorität erhält. Dies kann nur ohne ideologische  Scheuklappen funktionieren, daher setzt sich die Partei FREiER HORIZONT dafür ein, die  neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Reaktorforschung zu unterstützen und  möglichst in Mecklenburg-Vorpommern zur Serienreife zu bringen. Wegweisende und  sichere Projekte wie Wendelstein 7-X oder die Entwicklung von Dual-Fluid-Reaktoren  werden unterstützt und gefördert, auch um einen Weg zu finden, bereits bestehenden  radioaktiven Abfall abzubauen. 

Bei der Umsetzung einer zukunftsfähigen und grundlastfähigen Energieversorgung bedarf  es Brückentechnologien, wie des Betriebs konventioneller Gaskraftwerke. Die Partei  FREiER HORIZONT unterstützt daher das Projekt Nord Stream 2. 

Die Partei FREiER HORIZONT bekennt sich zur Ivenacker Erklärung von über 50  Bürgerinitiativen aus Mecklenburg-Vorpommern und fordert, dass für Windkraft, Solar und  Biogas (erneuerbare Energien) keine über die momentan bestehenden Eignungsgebiete  hinausgehenden Flächen zur Verfügung gestellt werden. An Stellen mit klaren Verstößen  gegen Naturschutz- und Abstandsregelungen muss nach Ablauf des Bestandsschutzes  unverzüglich ein vollständiger Rückbau der Anlagen erfolgen. Einen weiteren  Windkraftausbau auf der Ostsee lehnt die Partei FREiER HORIZONT strikt ab.  

Auf Bundesebene setzt sich die Partei FREiER HORIZONT für die Abschaffung des EEG  und für die Entprivilegierung der Windkraft ein. 

Insbesondere fordert die Partei FREiER HORIZONT eine gleichberechtigte Einbeziehung  der Bürger und Kommunen bei der Entscheidungsfindung zur Ausweisung von  Eignungsräumen für erneuerbare Energieerzeuger, fachlich nachvollziehbare  Abstandsregelungen zur Wohnbebauung, die der rasant wachsenden Dimensionen der  Anlagen Rechnung tragen: das 10fache der Höhe, mind. aber 2000m, so wie sie im  Bundesland Bayern gelten (10H-Regel). 

In diesem Hinblick regt die Partei FREiER HORIZONT den Beginn der Erarbeitung bislang  fehlender beziehungsweise die Überarbeitung bislang unzureichender Kriterien für Natur-,  Landschafts- und Denkmalschutz beim Ausbau der Erneuerbaren an. Dies unter  Berücksichtigung aktueller Forschungserkenntnisse wie der „Helgoländer Erklärung“,  beruhend auf Empfehlungen der „Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarte“ (LAG  VSW) sowie des Fledermausschutzes. 

Die Partei FREiER HORIZONT fordert ernsthafte Untersuchungen zur realen Umweltbilanz  von Windkraft, Solar- und Biogasanlagen und einer Gegenüberstellung ihres tatsächlichen  Potentials gegenüber einer grundlastfähigen und bezahlbaren Energieversorgung.